|
Herzlich willkommen!
Kein
Lachs
mehr
für
die
Gäste
Diesen
Frühling
schliessen
Barbara
und
Martin
Ehrat ihre
Lachserei in
Klosters.
Die Ironie
des
Ganzen: Ihr
Untergang
wird
indirekt
durch
ihre besten
Kunden
ausgelöst
–
die Zweitwohnungsbesitzer.
Von
Stefanie
Studer
Klosters.
–
Barbara
Ehrat
hat
gerade
ihre
letzten
Kunden
bedient und
schliesst die
Tür
ihres
kleinen
Verkaufsladens
in
Klosters
ab.
Er
befindet sich
zwischen dem
Restaurant
«Alte
Post» an der
Doggilochstrasse
und
der
Produktionsstätte
mit
eigener
Räucherei.
Hier stellen
Barbara
und ihr Mann
Martin
Ehrat
ihre
Lachsspezialitäten
mit
Fisch
aus
Norwegen
her.
Geräucherter
Lachs,
Graved
Lachs,
Pfefferlachs,
aber
auch andere
Spezialitäten,
wie
die an
Festtagen
beliebte
Gänseleber.
Produziert
wird
alles in
Handarbeit
und
nach
den
Rezepten
von
Schwiegervater
und
Sternekoch
John
Ehrat,
der
die Lachserei
vor
rund
30
Jahren
gegründet
hatte.Damit
ist
aber
bald
Schluss. Am
Ostermontag
verkaufen
Ehrats
ihren
letzten
Lachs.
Die
Produktionsstätte
wird
im
Frühling
abgerissen.
An
ihrer
Stelle
entsteht
das Hus Gatschiefer
mit sieben
Luxus-Eigentumswohnungen.
Alles
Zweitwohnungen,
wie
Ehrats
erklären.
80 prozent der
Kunden sind
Gäste
Während
eines
Jahres
suchten Ehrats
nach einem
neuen Produktionsstandort.
Ein schwieriges
Unterfangen
in Klosters.
Denn entweder
war
der Preis
für
die
Räumlichkeiten
zu
hoch
oder ihr
Betrieb
wurde dort
nicht
geduldet,
erzählt
Barbara
Ehrat.
«Die
Akzeptanz
für einen Fischverarbeitungsbetrieb
ist
eben
sehr
klein.»
Aus
Klosters
wegzuziehen
war
nie eine
Option.
Ihr
Kundenstamm
setzt
sich zu
einem
grossen
Teil
aus
Gästen mit
einer Zweitwohnung
in
Klosters
weniger
Lachs –
oder er
ist
ihnen zu
teuer.
Guter frischer
Lachs
habe
eben
seinen Preis.
Genau deshalb sind
Ehrats
auf
Kunden
wie
Feriengäste
in Klosters
angewiesen.
Die
Lachserei
ist
ein kleiner
Betrieb
und
verkauft
pro
Jahr
«lediglich» 25
Tonnen
Lachs.
Alleine sieben
Tonnen
davon
werden
aber
im
Dezember
abgesetzt,
wenn
die
Zweitwohnungsbesitzer
die
Festtage
in Klosters
verbringen.
«Das war
jedes Jahr
die
strengste
Zeit»,
erzählt
Barbara
Ehrat.
Dann
unterbrach
auch
Martin
Ehrat
seine Arbeit
als
Lastwagenfahrer
und die
beiden Söhne
und
weitere
Helfer
waren
im
Einsatz.
Der
richtige Zeitpunkt ist
gekommen
Dass diese Zeiten nun
vorbei
sind, sieht
Ehrat
mit
einem
«lachenden
und
einem
weinenden
Auge».
Klar
löse
es
Wehmut
aus,
wenn der
Familienbetrieb
nun eingestellt
werden
müsse.
«Vielleicht
ist es
aber
gerade
der
richtige
Zeitpunkt
um
aufzuhören»,
erklärt
sie.
Wegen
des
schwachen
Euros
haben
deutlich weniger
deutsche
Kunden
bei ihr
eingekauft.
Ehrat
freut
sich nun
auf
einen
Neuanfang.
Einige
ihrer
Produkte
wie
die Gänseleber
werde
sie auf Anfrage
zusammen.
Rund
80
Prozent,
schätzt
weiterhin
anbieten.
Langweilig
werde
Ehrat.
Deutsche,
Engländer und
Schweizer
kaufen
teilweise
jedes
Wochenende
in
der
Lachserei
ein,
wenn
sie zum
Skifahren
ins
Prättigau
reisen.
Weshalb
nur wenige
Einheimische
ihre
Produkte
kaufen,
wisse sie
nicht.
Vielleicht
essen
die
Klosterser
einfach
Am
Haken: Rund
25 Tonnen
Lachs
verarbeiten
Ehrats jährlich – der
grösste Teil
landet auf
den
Tellern
von
Zweitwohnungsbesitzern. es
ihr
also
ganz
bestimmt
nicht.
Und
einen
lang
gehegten
Traum
könnte
sie sich
endlich
erfüllen: «Wieder
einmal in
die
Ferien
zu
fahren.
Zum
Beispiel nach
Australien
–
und das in
einem
Dezember.
Das
wäre
doch das
Nonplusultra»,
sagt
sie
lachend.
 |